Schauspieler

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Schau|spie|ler ['ʃau̮ʃpi:lɐ], der; -s, -, Schau|spie|le|rin ['ʃau̮ʃpi:lərɪn], die; -, -nen:
Person, die (nach entsprechender Ausbildung) bestimmte Rollen auf der Bühne, im Film o. Ä. künstlerisch gestaltet, darstellt:
ein genialer Schauspieler; sie ist Schauspielerin.
Syn.: Darsteller, Darstellerin, Diva, Komödiant, Komödiantin, Künstler, Künstlerin, 2 Star, Statist, Statistin.
Zus.: Filmschauspieler, Filmschauspielerin, Laienschauspieler, Laienschauspielerin, Nachwuchsschauspieler, Nachwuchsschauspielerin, Theaterschauspieler, Theaterschauspielerin.

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Schau|spie|ler 〈m. 3
1. Film; TV; Theat.〉 Darsteller, Gestalter einer Rolle in einem Schauspiel, einem Film, einer Serie o. Ä.
2. 〈fig.〉 jmd., der sich gut verstellen kann, Heuchler

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Schau|spie|ler , der; -s, -:
jmd., der (nach entsprechender Ausbildung) bestimmte Rollen auf der Bühne od. im Film künstlerisch gestaltet, darstellt (Berufsbez.):
er will S. werden;
Ü er ist ein schlechter S. (abwertend; kann sich nicht gut verstellen).

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Schauspieler,
 
der mittels Sprache, Mimik, Gestik, Maske und Kostüm agierende (berufsmäßige) Darsteller von Gestalten dramatischer Werke in Theateraufführungen. Die Entwicklung des Schauspielerberufs in Europa geht auf die griechische Antike zurück. Aus dem Dionysoskult entwickelten sich chorische Aufführungen durch berufsmäßig geschulte Chöre. In Athen bestanden diese Chöre aus freien Bürgern, die, im Gegensatz zu den Gauklern und Akrobaten des Mimus, in hohem Ansehen standen. Die Einführung des ersten Einzelsprechers, der dem Chor antwortend gegenüberstand, wird zum Teil Thespis (6. Jahrhundert v. Chr.) zugeschrieben. Etwa 300 v. Chr. bildeten sich gildenmäßige Zusammenschlüsse von Schauspielern. In Griechenland wie in Rom war das Auftreten in Tragödien Männern vorbehalten. Frauen wirkten lediglich im Mimus mit. In Rom rekrutierten sich die Schauspieler vorwiegend aus Sklaven oder Freigelassenen. Innerhalb der Schauspieltruppe wurde eine strenge Rollenspezialisierung eingehalten. Die Finanzierung des Theaterbetriebs erfolgte durch private Mäzene. Die soziale Stellung der Schauspieler war schlecht, dennoch gelang Einzelnen ein sozialer Aufstieg. Anfänge eines »Star«-Betriebs entwickelten sich etwa 100 v. Chr.; die zunehmenden ökonomischen Schwierigkeiten des römischen Bürgertums sowie der wachsende Einfluss des Christentums führten im 6. Jahrhundert n. Chr. zum vorläufigen Niedergang des Schauspielerberufs. Mit dem Wiederaufleben des Dramas im Mittelalter bildeten sich zunächst Laienspielgruppen. Erste Nachweise eines Berufsschauspielertums finden sich in den Wandertruppen der Commedia dell'Arte 1508 in Italien. Durch die englischen Komödianten, die seit ungefähr 1585 Deutschland und Osteuropa bereisten, angeregt, bildeten sich in Deutschland Anfang des 17. Jahrhundert erste deutschsprachige Wandertruppen unter der Leitung von Prinzipalen, z. B. J. Velthen und Friederike Caroline Neuber. Der Verachtung des Bürgertums für den Berufsstand stand seit Beginn des 18. Jahrhunderts die Bewunderung für einige wenige Stars und Virtuosen gegenüber. Die Gründung von Nationaltheatern im 18. Jahrhundert, von Hof- und Stadttheatern im 19. Jahrhundert und die damit verbundene größere Sesshaftigkeit der Schauspieler sowie die langsam wachsende ökonomische Sicherheit durch Tarifverträge im 20. Jahrhundert trugen zur allmählichen sozialen Anerkennung des Schauspielerberufs bei.
 
Bei der heutigen Ausbildung für Schauspieler an Hoch-, Fachhoch- oder Privatschulen sind Stimmbildung und Körperschulung die Schwerpunkte; daneben wird ein Rollenrepertoire erworben, wobei auch Gestik und Mimik geschult werden. Berufliche Möglichkeiten ergeben sich am Theater, bei Hörfunk und Fernsehen und beim Film, wo auch Autodidakten erfolgreich sind.
 
 
D. Weidenfeld: Der S. in der Gesellschaft (1959);
 M. Herrmann: Die Entstehung der berufsmäßigen Schauspielkunst im Altertum u. in der Neuzeit (1962);
 
Schauspielerinnen. Der theatral. Eintritt der Frau in die Moderne, hg. v. U. Geitner (1988);
 
Die Schauspielerin. Zur Kultur-Gesch. der weibl. Bühnenkunst, hg. v. R. Möhrmann (1989);
 G. Ebert: Der S. Gesch. eines Berufes (1991).

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Schau|spie|ler, der; -s, -: jmd., der (nach entsprechender Ausbildung) bestimmte Rollen auf der Bühne od. im Film künstlerisch gestaltet, darstellt (Berufsbez.): er ist [ein berühmter, hervorragender] S.; er will S. werden; der Regisseur tritt in dem Film auch als S. auf; Ü er ist ein schlechter S. (abwertend; kann sich nicht gut verstellen).

Universal-Lexikon. 2012.

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